Coastal Walk

Wer hat nicht schon von Sydneys bekannten Surfer-Strand, dem Bondi Beach gehört. Auch wir haben ihn besucht und waren ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Der Bondi Beach ist recht zentral gelegen und aus der City mit verschiedenen Buslinien in ca. 30 Minuten zu erreichen. Der Strand zieht sich über einige hundert Meter und bietet bei ordentlicher Breite viel feinen Sand und reichlich Platz. Hier trifft man hauptsächlich junge Leute und Touristen. Leider hatten wir wetterbedingt nicht die Möglichkeit, Surfern bei wahren Heldentaten zuzuschauen. Wie übrigens alle besuchten Strände, fällt dem deutschen Besucher sofort auf, dass der Strand sehr sauber ist, was auch für die ausreichend vorhandenen öffentlichen Toiletten gilt. Selbst an stark frequentierten Tagen herrscht hier offenbar ein gesünderes Selbstverständnis von Sauberkeit als in deutschen Gefilden. Oder ich bin einfach nur BERLIN-geschädigt!? Vielleicht liegt es aber auch am strikten Alkohol- und Tabakverbot direkt am Strand. Für die Zigarette zwischendurch muss man sich dann schon in das begrünte Hinterland begeben. An der Strandpromenade findet man Cafes, Bistros und kleine Geschäfte, um der Sonne wenigstens für einige Minuten zu entfliehen. Schattenplätze am Strand sind nämlich Fehlanzeige. Da helfen nur selbst herangeschaffte Sonnenschirme oder ein ordentlicher Lichtschutzfaktor. Nicht, dass man mich falsch versteht, der Bondi Beach ist schon sehr schön, aber das sind andere Strände auch.

Aber das Thema dieser Seite soll ja eigentlich der Coastal Walk sein. Wir haben die etwa 8 km vom Bondi Beach bis zum Maroubra Beach am 1. Weihnachtsfeiertag 2008 bewältigt. Imponiert haben dabei vor allem Landschaft, toller Meerblick und das bunte Treiben der Australier an den Stränden. Hier saßen Familien vom Kleinkind bis zur Oma beim BBQ zusammen und feierten ihr Weihnachtsfest. Fast alle waren dabei mit Weihnachtsmannmützen geschmückt und einige Familien tanzten sogar um den mitgebrachten künstlichen Weihnachtsbaum. So kam man sich als armer Touri an diesem Tag schon etwas überflüssig vor.

Unsere Strandwanderung führte uns vom Bondi Beach über die deutlich kleineren Tamarama Beach und Bronte Beach zum Coogee Beach. Vor dem Coogee mussten wir noch dem wohl best gelegensten Friedhof der Welt durchqueren. Der Waverley Cemetary liegt direkt oberhalb des Meeres und gefällt durch verschiedenste Gruften und Steine aus dem letzten Jahrhundert. Wohl gemerkt, wir sind keine Gruftis oder sonstige Friedhof-Touristen. Der Coogee ist ein großer Strand mit feinem Sand und gepflegtem Hinterland. Er hat mir persönlich besser gefallen als der Bondi Beach, warum - keine Ahnung!?

Einige Hundert Meter nach dem Coogee Beach endet der befestigte Coastal Walk abrupt mitten in feinster Immobilien-Lage. Nun heisst es erstmal das Meer zu verlassen und einen kleinen Umweg durch bebautes Land zu suchen. 3 Querstraßen weiter findet man dann jedoch wieder zum Wasser, auch wenn die Strecke hier etwas unwegsamer wird. Sie ist dabei aber nicht weniger schön. Spätestens hier sei gesagt, dass doch geeignetes Schuhwerk für diesen Spaziergang oder auch Wanderung benötigt wird. Dann ist es endlich geschafft, der Maroubra Beach ist erreicht. Dieser Strand kann nicht ganz mit den Vorgenannten mithalten und wirkt insgesamt etwas karg. Bei ordentlichem Wind kann man hier jedoch Surfer der Premium-Klasse beobachten.

Die Wanderung am Coastal Walk gehörte wohl zu unseren schönsten Urlaubserlebnissen und sollte bei keinem Sydney-Aufenthalt fehlen. Dieser etwas andere Weihnachtsfeiertag wird uns lange im Gedächtnis bleiben.